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Seit den ersten Suchmaschinen haben sich die Strategien, mit denen Unternehmen ihren Content für digitale Sichtbarkeit optimieren, stetig weiterentwickelt. Ganz zu Anfang führte Keyword-Stuffing, also die bloße Wiederholung von Begriffen in Meta-Tags und Texten zu höheren Rankings. In den 2000ern wurden Links zur wichtigsten Währung und seit den 2010ern rücken Nutzerintentionen und Expertise immer weiter in den Vordergrund. Möglichst viele Keywords oder Links in langen Texten unterzubringen, wird heute mit geringer Sichtbarkeit abgestraft. Klassische SEO Strategien, die über die letzten Jahrzehnte die Auffindbarkeit über Google optimiert haben, bleiben zwar weiterhin wichtig, reichen alleine aber nicht mehr aus, um mit dem Wettbewerb mitzuhalten. Denn es sind nicht mehr die Suchmaschinen, die von Nutzern mit ihren Fragen gelöchert werden, sondern zunehmend verschiedene KI-Systeme. Eine Optimierung von Inhalten für KI-Chatbots zielt also im Wesentlichen darauf ab, in KI-Antworten genannt zu werden, wenn potenzielle Kunden nach Lösungen suchen.
Die Unterschiede zwischen der Auffindbarkeit in Google und ChatGPT ergibt sich aus den unterschiedlichen Zielen, die sie verfolgen. Während eine Suchmaschine möglichst passende Quellen für eine Suchanfrage ausspielen möchte, möchten KI-Systeme möglichst präzise Antworten liefern. Deshalb bevorzugen sie Inhalte, die klar strukturiert sind und konkrete Fragen beantworten.
Wenn Nutzer die gesuchten Informationen finden, ohne dafür auf einen Link klicken zu müssen, nennt man das Zero-Click-Searches. Diese kosten derzeit so gut wie alle Unternehmen Sichtbarkeit und Traffic, unabhängig von ihren SEO Strategien. Wer regelmäßig Suchmaschinen wie Google nutzt kennt das: Noch über den obersten (und sogar über den gesponsorten) Ergebnissen, fasst Google bereits die wichtigsten Informationen zusammen. Samt Quellen, die ganz ohne den Einsatz von Budget prominent neben dem Text platziert werden. Das Ziel ist es also einerseits, innerhalb dieser AI Overview aufzutauchen.
Auf der anderen Seite geben auch Chatbots wie ChatGPT direkte Antworten auf Fragen, präsentieren ihre Quellen aber weniger prominent als klassische Suchmaschinen. B2B-Unternehmen, die ihren Content so aufbereiten, dass KI-Systeme ihn erfassen, einordnen und zitieren können, verschaffen sich dadurch einen Wettbewerbsvorteil, ohne ausschließlich auf bezahlte Werbung angewiesen zu sein.
In diesem Kontext tauchen die Fachbegriffe GEO (Generative Engine Optimization) und AEO (Answer Engine Optimization) immer wieder auf. Beide beschreiben Strategien, mit denen Content technisch und inhaltlich so aufbereitet wird, dass er von KI-Systemen verstanden und verwertet werden kann. Diese Optimierung beinhaltet technische, inhaltliche und strukturelle Aspekte.
Um zu verstehen, welche Inhalte für KI-Systeme relevant sind, lohnt sich ein Blick darauf, wie sie Webseiten überhaupt verarbeiten. Eine KI liest nicht wie ein Mensch. Da sie Inhalte in kleinere Informationsblöcke zerlegt, ist die Struktur der Texte besonders wichtig. Überschriften, die eine klare Hierarchie zeigen und kurze Absätze, die jeweils einen Gedanken enthalten, erleichtern es KI-Systemen, Inhalte auszulesen. Auch Listen, Tabellen und FAQs, die Informationen übersichtlich gliedern und direkte Antworten auf Fragen geben eignen sich, um Informationen knapp und präzise darzustellen. Dabei sind semantische Zusammenhänge sowie klare Definitionen wichtiger als die reine Anzahl von relevanten Keywords. Auf der technischen Seite unterstützen ein sauberes HTML und strukturierte Daten die Verarbeitung. Autor, Veröffentlichungsdatum und Quellen eines Inhalts erhöhen die Vertrauenswürdigkeit zusätzlich.
Inhalte für KI-Systeme unterscheiden sich nicht maßgeblich von Inhalten für Menschen. Auch potenzielle Kunden wollen sich nicht durch ewig lange SEO Texte graben, um relevante Informationen zu finden. Trotzdem gibt es für viele B2B-Unternehmen noch Entwicklungspotenzial. Diese Aspekte sollten sie bei der Optimierung von Inhalten für KI-Systeme beachten:
Inhalt
- Thema und Suchintention klar definieren und Texte darauf ausrichten
- Jeder Absatz sollte einen Kerngedanken als Grundlage haben und die wichtigsten Infos zuerst nennen
- Der Sprachstil sollte natürlich sein
- Auf Keyword-Stuffing verzichten und lieber Synonyme und verwandte Begriffe verwenden
Struktur
- Eine saubere Überschriftenstruktur mit nur einer H1 aufbauen
- FAQ-Bereiche, Listen, Tabellen und Anleitungen integrieren
- Autoren sichtbar platzieren und Studien, Zahlen und Experten zitieren
Technik
- Inhalte sollten regelmäßig aktualisiert werden und auch die Webseite muss technisch sauber gehalten werden
- Interne Verlinkungen helfen dabei, Zusammenhänge zwischen Themen zu erkennen und weiterführende Inhalte schneller zu finden
- Mit verschiedenen LLMs testen, ob Inhalte verständlich sind und KI zur Qualitätssicherung einsetzen. Dafür einfach typische Fragen der Zielgruppe an verschiedene KI-Systeme stellen und prüfen, wo Ihr Unternehmen auftaucht und wo noch inhaltlicher oder struktureller Nachholbedarf besteht.
Vor einigen Monaten haben wir mit einem Kunden aus dem Industriebereich begonnen, die KI-Sichtbarkeit der Unternehmenswebseite zu erhöhen. Die Webseite rankte aufgrund bestehender SEO Strategien zwar teilweise schon bei Google, in ChatGPT und anderen KI-Systemen wurde das Unternehmen aber, im Gegensatz zu einigen Wettbewerbern, nicht erwähnt. Unser Ziel war es also, die Webseite inhaltlich und technisch so umzubauen, dass sie für KI-Systeme relevanter wird, ohne Relevanz für menschliche Nutzer einzubüßen.
Zu Beginn haben wir verschiedene Suchanfragen und Prompts getestet. Wenn wir die von dem Unternehmen angebotenen Lösungen bei ChatGPT, Perplexity und Gemini suchen, stellt sich die Frage: Wer wird empfohlen, welche Quellen nutzt die KI und welche Informationen fehlen noch? Denn gute Rankings auf Google reichen noch nicht. Wenn Fachbegriffe nicht ausreichend erklärt werden, Leistungen für KI schwer einzuordnen sind und Fragen nicht verständlich geklärt werden, sind die Inhalte für KI-Systeme schlicht nicht relevant genug.
Im zweiten Schritt haben wir die Webseite genauer unter die Lupe genommen. Was uns direkt aufgefallen ist: In langen Textblöcken wurden mehrere Themen innerhalb eines Absatzes angesprochen, ohne Fachbegriffe klar zu definieren. Dementsprechend gab es kaum zitierfähige Aussagen, die eine KI sinnvoll in ihre Antwort aufnehmen könnte. Für die Optimierung haben wir im dritten Schritt deshalb die komplette H-Struktur überarbeitet und FAQs oder Listen da ergänzt, wo sie sinnvoll sind. Die Texte haben wir gekürzt und klare Definitionen eingebaut sowie Studien und Quellen ergänzt.
Die ersten messbaren Ergebnisse nach einer GEO Optimierung werden nach acht bis 16 Wochen sichtbar. Bis ein Unternehmen fest in den KI-Antworten etabliert ist, braucht es allerdings sechs bis zwölf Monate, also ähnlich lange wie SEO. Ausschlaggebend ist unter anderem die Größe des Wettbewerbs: Je umkämpfter die Nische ist, desto schwieriger wird es für Unternehmen, sich zu etablieren. In unserem Fall haben wir nach einigen Wochen die ersten Ergebnisse erzielt. In regelmäßigen Prüfungen fiel auf, dass erste Inhalte in KI-Antworten aufgetaucht sind. Daraus konnten wir wiederum Rückschlüsse ziehen, welche Inhalte gut strukturiert sind und auf welchen Unterseiten wir noch etwas nachhelfen können.
Hier profitieren vor allem B2B-Unternehmen, die sehr spezialisiert sind und nur wenige große Konkurrenten haben. Unsere wichtigste Erkenntnis aus dem Projekt ist, dass es keinen kompletten Relaunch der Webseite braucht. Oft scheitert GEO Auffindbarkeit vor allem an der Struktur und dem Aufbau der Inhalte, auch wenn SEO bereits praktiziert wird. Mit der Umstrukturierung der Webseite haben wir dem Unternehmen einerseits zu mehr Auffindbarkeit in KI-Chatbots verholfen, gleichzeitig ist es aber auch für Kunden, die die Webseite über Google finden, jetzt leichter, wichtige Informationen zu finden.
Solange es Suchmaschinen und ihre Nutzer gibt, werden klassische SEO-Konzepte nicht von Webseiten verschwinden. Aber sie ändern sich. Gute Inhalte müssen heute Mensch und KI gleichermaßen überzeugen. Unternehmen, die als vertrauenswürdige Quelle auftreten, werden von Kunden als kompetente Ansprechpartner wahrgenommen und von der KI mit Sichtbarkeit belohnt. Deshalb ist es für die digitale Sichtbarkeit so wichtig, vorhandene Inhalte in Hinblick auf ihre Struktur zu überdenken, regelmäßig zu aktualisieren und auf die Anforderungen moderner Such- und KI-Systeme auszurichten.
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